Schizophrenie

21. September 2023
Paranoide Schizophrenie

Hier findest du ein paar verknappte Informationen rund um das Thema Schizophrenie. Wie du dich im Sinne der Selbstfürsorge, um dich als Angehöriger kümmerst und wie du dich am besten dem erkrankten Gegenüber zeigst und verhältst.

Natürlich bist du auch herzlich eingeladen, aus reinem Interesse diesen vereinfachten Blog zu lesen. Dazu gibt es einen intimen Podcast, in dem die liebe Silke etwas aus ihrem erleben und ihrem Leben mit der Erkrankung der paranoiden Schizophrenie erzählt.

Was ist Schizophrenie?

Die Schizophrenie ist eine schwere, psychische Erkrankung, die sich auf das Denken, auf die Wahrnehmung und das Verhalten einer Person auswirkt.
Diese Erkrankung äußert sich in verschiedenen Formen, die sich für den Betroffenen nicht nur real anfühlen, sondern auch eine eigene Realität sind.
Der Betroffene selbst kann nicht mehr unterscheiden zwischen unserer Realität und der eigenen.
Es gibt für den Erkrankten nur noch die eigene Realität.
Manche Betroffene, die an Schizophrenie erkrankt sind, haben große Schwierigkeiten, klar zu denken und zu kommunizieren.

Wie erleben wir dieses Krankheitsbild?

Wir als Außenstehende erleben eine erkrankte Person z.B. mit Halluzinationen. Diese zeigen sich von außen betrachtet in Veränderung im Hören, im Sehen, im Riechen, im Schmecken oder im Fühlen von Dingen, die für uns nicht real und sichtbar sind.
Für den Betroffenen selbst ist es keine Veränderung, sondern ein Fakt.
Andere Erkrankte leiden unter ihren Wahnvorstellungen. Sie sind fest der Überzeugung, trotz gegenteiliger Beweise, dass zum Beispiel der Nachrichtensprecher in der Tagesschau, ihnen versteckte Botschaften mitteilen möchte.
Manche haben auch den direkten Draht zu Gott, oder sie sind tatsächlich Gott selbst.
Oft geht dies auch mit einem Gefühl der Unsterblichkeit und Unaufhaltsamkeit einher.

Andere wiederum verändern sich in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Verhalten, dass sich bizarr zeigt.
Der Betroffene geht somit weit über seine Grenzen der Leistungsfähigkeit hinaus, die ihm am Ende in ein tiefes Loch stürzen lässt. Kraftlosigkeit, finanzieller Ruin und soziale Ab- und Ausgrenzung gehen einher.

Ist Schizophrenie ansteckend oder vererbbar?

Ein Beispiel was passieren könnte, aber nicht häufig geschieht:
wenn eine Person an Schizophrenie erkrankt ist und ein anderer mit dieser Person zusammenlebt, entsteht unter Umständen das Phänomen „Folie a‘ deux“ (Wahnsinn zu zweit). Es bedeutet, dass sich der Partner oder das Familienmitglied sozusagen von dem Wahn anstecken (übertragen) lässt.
Wobei der erkrankte das gesunde Familienmitglied in seiner Psychose mit reißt, weil dieser so dominant in seiner Psychose ist. Man spricht dann, von einer induzierten Psychose. Das Wort induziert benutzt man in der Psychologie, wenn ein Verhalten oder eine Reaktion, durch eine andere Person oder Situation hervorgerufen, ausgelöst wird.
Die Beiden können sich sogar in ihrer Psychose gegenseitig bestärken und somit das Ganze verstärken.
Trennt man dieses Familienmitglied von dem an Schizophrenie erkrankten Partner, bessert sich die induzierte (durch äußere Umstände ausgelöst) Psychose zusehends.
Frauen erkranken häufiger an einer Folie a‘ deux als Männer.
Das Risiko an einer Schizophrenie zu erkranken, liegt bei der Gesamtbevölkerung bei 1 %.

Das Risiko ebenfalls wie ein Elternteil an einer Schizophrenie zu erkranken, liegt bei ca. 10%.
(Ich persönlich glaube, dass man das Risiko als betroffener Nachfahre minimieren und sogar ausschließen kann, wenn man den Kreis der Tragödien unterbricht, indem man das Leid, dass ihnen widerfahren ist, aufarbeitet)

Die Schizophrenie bricht typischerweise in der Zeit der Adoleszenz aus. (Die Adoleszenz ist eine Entwicklungsphase, in der Kinder zu unabhängigen Erwachsenen heranreifen)
Der häufigsten Beginn liegt somit zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Kann man geheilt werden?

Bislang gibt es für die Schizophrenie keine Heilung.
Der Betroffene kann jedoch gut damit leben und weitere Ausbrüche verhindern, in dem der Erkrankte medikamentös gut eingestellt wird und begleitende Psychotherapie erfolgt.
Es gibt einiges an Strategien, wie man sich selbst bei Gesundheit hält. Z.B. durch gesunde Ernährung, Bewegung und alles, um das Gehirn klar bei Verstand zu halten.

Was sind die Ursachen einer Schizophrenie?

Die Ursachen für eine Schizophrenie sind leider noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass die Ursache aus einer Kombination aus Genetik sowie Umweltfaktoren eine Rolle spielen.
Mit Umweltfaktoren meint man hier die Vulnerabilität ( die Anfälligkeit), das psychosoziale Umfeld. Z.B. wie und in welchem Umfeld ist jemand aufgewachsen, was musste diese Person an Leid ertragen oder unterlag der Erkrankte sogar einer für ihn existenziellen Bedrohung? Liegt also bereist eine verwundete Emotionalität vor?

Weitere Beispiele sind Stress, Trauer, Depressionen, Ängste, Drogenkonsum, sogar durch Infektionen oder durch Veränderungen im Gehirn. Diese Veränderungen im Gehirn können durch Tumore sowie durch äußere Einwirkungen auf den Schädel entstehen.

Was kann ein Angehöriger und ein Außenstehender tun?

Für Außenstehende ist die Erkrankung oft, aufgrund mangelnder Aufklärung schwer zu begreifen und zu Händeln. Deswegen finde ich es unabdingbar, dass sich Angehörige jemanden zur Seite stellen, bei dem sie Halt, Verständnis und Aufklärung finden. Am besten jemanden, der sich auch wirklich mit diesem Krankheitsbild auskennt und nicht nur einer Dokumentation im TV gefolgt ist.
ZB. Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten und auch in Selbsthilfegruppen mit professioneller Begleitung.

Meiner Meinung nach ist es unabdingbar, dass der Angehörige sich seiner selbst bewusst wird und seine Persönlichkeit stärkt und klar positioniert.
Nur wer stark ist, kann auch ein gewisses Gewicht tragen.

Erst wenn Du stark und klar genug bist, ist es dir auch tatsächlich möglich, einer an Schizophrenie erkrankten Person, Unterstützung zu ermöglichen.

Womit kannst du eine erkrankte Person unterstützen?

Am besten fragst du die Person einfach selbst, mit der Frage:“ Wobei darf ich Dich unterstützen?“
Alles andere macht meiner Meinung nach keinen Sinn.
Der Betroffene selbst, wird dir sagen, ob und womit er sich von dir unterstützen lassen mag.
Ggf. sprecht ihr gemeinsam mit dem behandelnden Psychiater darüber.

Zusammengefasst möchte ich dir mitteilen:

Leiste immer nur das, was du wirklich tragen und leisten kannst. Gehe nicht über deine Grenzen. Suche dir professionelle Hilfe und Begleitung.
Betreibe erst Selbstfürsorge! Erst dann sorge für andere!
Das gilt für den Angehörigen genauso, wie für den Betroffenen selbst.

Dich als Erkrankten möchte ich bitten, niemals an deiner Medikation, ohne deinen Arzt Veränderungen in der Einnahme vorzunehmen und lasse sie erstrecht nicht einfach weg!
Hast du das Gefühl, dass etwas nicht gut läuft oder wirkt, sprich entweder mit deinem Arzt darüber oder suche dir ggf. einen neuen Arzt, bei dem du dich besser aufgehoben fühlst.
Eine Psychose ist keine Erkrankung, die du mit dem Universum allein lösen kannst.

Klicke diesen Link und du bekommst einen Podcast zu hören, indem die liebe Silke einen kleinen Ausschnitt ihrer Geschichte erzählt.
Sie selbst ist erkrankt an paranoider Schizophrenie.